{"id":472,"date":"2011-08-31T19:39:30","date_gmt":"2011-08-31T19:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/?p=472"},"modified":"2011-11-08T02:51:30","modified_gmt":"2011-11-08T02:51:30","slug":"madagascar-2-escape-to-toliara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/archive\/472","title":{"rendered":"Madagascar 2: Escape to Toliara"},"content":{"rendered":"<p>Hier kommt endlich das Sequel zum ersten Madagaskareintrag! Die Story ist so gut angekommen, dass die Redaktion dieses Reisemagazins beschlossen hat, den gleichen Wein in anderen Schl\u00e4uchen noch einmal aufzutischen, in der Hoffnung auf doppelten Ertrag mit halbem Aufwand. Es hat zugegebenermassen fast gleich lang gedauert, wie normalerweise eine Kinofilmfortsetzung braucht, ist aber hoffentlich etwas weniger \u00f6d geraten als die meisten derselbigen.<\/p>\n<p><strong>Von Miandrivazo nach Morondava<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_478\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2877.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-478\" class=\"size-medium wp-image-478  \" title=\"Unterwegs im Einbaum\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2877-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2877-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2877.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-478\" class=\"wp-caption-text\">Franz\u00f6sische Sonnenschirmli-Touristen<\/p><\/div>\n<p>Weil der Besuch der weltber\u00fchmten <em>Tsingi von Bemaraha<\/em> mit den \u00d6V praktisch unm\u00f6glich ist, habe ich mich entschlossen, eine organisierte Reise dorthin zu buchen. Mit im Paket enthalten sind als Entr\u00e9e \u00a0eine 3-t\u00e4gige Flussfahrt im Einbaum und als Dessert der Besuch der <em>Avenue des Baobabs\u00a0<\/em>auf dem Weg nach Morondava. Dazwischen Fahrten mit Minibus, 4&#215;4 und Zebu-Karren. Ein tipp-toppes Arrangement also, und als Bonus gibt&#8217;s mit Claudia noch eine \u00e4usserst nette junge Reiseleiterin, <em>c&#8217;est fantastique<\/em>. Mit von der Partie sind ausser mir noch Claudias 10-j\u00e4hriger Sohn Tony und 4 franz\u00f6sische Bauingenieur-Studenten, die in Antsirabe ein Praktikum absolvieren. Schon wieder mit Franzosen unterwegs! Nimmt denn das kein Ende?<\/p>\n<p>Als erstes fahren wir mit dem Bus von Antsirabe quer durchs westliche Hochland bis ins verschlafene Miandrivazo. Von hier startet die Flussexpedition. Allerdings gibt es f\u00fcr uns G\u00e4ste nicht allzuviel zu tun: Nachdem wir es uns in den 2 Kanus gem\u00fctlich gemacht haben, brauchen wir kaum mehr einen Finger zu r\u00fchren. Gepaddelt, gekocht und Zelte aufgestellt wird ausschliesslich von der Chefin und den 3 angeheuerten Piroguiers, und zwar ohne wenn und aber. Mithelfen? Ein Ding der Unm\u00f6glichkeit, aber wenn man wirklich darauf besteht, dann darf man vielleicht noch den letzten Zelth\u00e4ring einstecken oder mal eine Gabel tragen. D.h. w\u00e4hrend Claudia und ihre Crew von morgens um 5 bis abends um 10 Uhr schuften, bleibt uns <em>Vazaha<\/em> nichts anderes \u00fcbrig als faul rumzusitzen und die H\u00e4nde im Schoss zu falten. Das entspricht \u00a0zwar \u00fcberhaupt nicht meiner Vorstellung von Reiserei, aber nach zwei Tagen \u00a0ergebe ich mich in mein Schicksal als zahlender All-Inclusive-Gast. Immerhin haben wir nach mehrfachem Insistieren erreicht, dass das Nachtessen gemeinsam eingenommen wird. Bei Zmorge und Zmittag sitzen wir aber immer noch sch\u00f6n getrennt: Malagasy hier, <em>Vazaha<\/em> dort, nix zu machen.<\/p>\n<div id=\"attachment_480\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2868.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-480\" class=\"size-medium wp-image-480 \" title=\"Cham\u00e4leon im Schilf\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2868-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2868-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2868.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-480\" class=\"wp-caption-text\">Jippy-ay-yeah, das erste Cham\u00e4leon!<\/p><\/div>\n<p>Die Fahrt den Tsiribihina hinunter ist trotzdem sch\u00f6n. Wir sehen jede Menge V\u00f6gel, ab und zu ein Cham\u00e4leon im Schilf, Lemuren in den B\u00e4umen und das eine oder andere Krokodil. Der Fluss hat um diese Jahreszeit nicht so viel Wasser und immer wieder m\u00fcssen wir aussteigen und die Kanus \u00fcber den Sand ziehen (lassen). \u00a0Doch wenn&#8217;s gen\u00fcgend Wasser hat, dann paddeln die drei Piroguiers was das Zeug h\u00e4lt und machen dabei jedem Aussenborder Konkurrenz. Damit die Paddelmaschine nicht den Geist aufgibt, wird sie jeden Tag mit Reis gef\u00fcllt, wobei 1 kg Reis pro Person wohl noch knapp gesch\u00e4tzt ist. Wir haben ja diese fixe Vorstellung, dass die grossen Reisesser in Asien zu Hause sind, aber glaubt&#8217;s mir: Madagaskar ist das wahre Reisparadies auf Erden.\u00a0\u00a0Die Leute hier schaffen es sogar, bis zu 3 Ernten pro Jahr einzuholen (2 ist normal).\u00a0Hier gibt&#8217;s Reis zum Fr\u00fchst\u00fcck, am Mittag und &#8211; jawoll, ihr habt&#8217;s erraten &#8211; zum Znacht; wobei eine Mahlzeit meistens zu 3\/4 aus Reis besteht, alles andere ist Beilage. Unsere 3 Paddler essen z.B. schon nur zum Fr\u00fchst\u00fcck <em>pro Person<\/em> eine mittlere Pfanne (ca. 20 cm Durchmesser) voll Reis. Wir G\u00e4ste d\u00fcrfen zum Gl\u00fcck auch etwas weniger nehmen, uff!<\/p>\n<div id=\"attachment_481\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2921.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-481\" class=\"size-medium wp-image-481 \" title=\"Zebu-Karren\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2921-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2921-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_2921.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-481\" class=\"wp-caption-text\">Unterwegs mit 2 Zebust\u00e4rken (2ZS)<\/p><\/div>\n<p>Claudia kocht vorz\u00fcglich, und zwar konsequent immer zwei Menus pro Mahlzeit: Ein malagassisches f\u00fcr sich und die Crew und ein etwas westlicher angehauchtes f\u00fcr ihre Kunden. Sie gibt alles, um uns die Reise auch kulinarisch so angenehm wie m\u00f6glich zu machen. Dabei zaubert sie auch mal eine Pizza aus dem \u00c4rmel und hat extra 3 lebendige H\u00fchner mitgenommen, damit wir auch am 3. Tag noch frisches Fleisch haben. Die Pouletten sind irgendwo unter Rucks\u00e4cken und anderem Gep\u00e4ck im hinteren Teil des einen Kanus verstaut und geben hin und wieder mal einen verzweifelten <em>Gack!<\/em> von sich, wohl ahnend, dass f\u00fcr sie die Reise kein gutes Ende nehmen wird. Dass sie dabei nicht mal einen Platz mit Aussicht und gen\u00fcgend Beinfreiheit erwischt haben, macht die Sache auch nicht besser.<\/p>\n<p>Nach 3 Tagen beenden wir die Fahrt im Dorf Antsiraraka, welches nur \u00fcber den Flussweg zu erreichen ist. Wir benutzen deshalb Zebu-Karren, um die n\u00e4chstgelegene Strasse zu erreichen, wo uns ein 4&#215;4 erwartet. Die Zebus sind der Nationalstolz der Malagasy und die Zebukarren, die wirklich <em>\u00fcberall<\/em> durch kommen, werden auch &#8222;notre Quatre-Quatre&#8220; genannt. Wer braucht schon einen 4&#215;4, wenn man zwei Zebu und einen Holzkarren hat?<\/p>\n<div id=\"attachment_485\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-485\" class=\"size-medium wp-image-485 \" title=\"Tsingi-Spalte\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3001-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3001-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3001.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-485\" class=\"wp-caption-text\">Wo das nur hinf\u00fchrt?<\/p><\/div>\n<p>Nun ja, f\u00fcr die restlichen 150km, die uns noch bevorstehen bis nach <em>Bekopaka<\/em>, ist so ein Gel\u00e4ndewagen doch ganz praktisch. Mit dem Zebu br\u00e4uchte man wohl mehrere Tage daf\u00fcr, mit der Dieselkarre sind wir hingegen in 5 Stunden dort! Die 3 Piroguiers, die uns bis nach Antsiraraka gepaddelt haben, sind allerdings nicht ganz so schnell wieder zu Hause: 7 Tage brauchen sie f\u00fcr die Strecke in umgekehrter Richtung. Es gibt keine Abk\u00fcrzung&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_486\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3013.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-486\" class=\"size-medium wp-image-486\" title=\"Tsingi Schlitz\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3013-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3013-225x300.jpg 225w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3013.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-486\" class=\"wp-caption-text\">Wer mit einem K\u00fchlschrank unterwegs ist, ist hier im Nachteil.<\/p><\/div>\n<p>Bekopaka ist der Ausgangsort f\u00fcr Ausfl\u00fcge zu den grossen und kleinen <em><a title=\"Au! Spitz!\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Tsingy_de_Bemaraha_National_Park\">Tsingi von Bemaraha<\/a><\/em>. Diese faszinierenden Karstformationen bedecken hier an der Westk\u00fcste von Madagaskar eine grosse Fl\u00e4che, weshalb man darumherum einen grossen Nationalpark angelegt hat. Die Karstebene ist extrem zerfurcht und hat zahllose schmale Spalten und \u00e4usserst scharkfkantige Felsspitzen an der Oberfl\u00e4che, durch die man mit einem F\u00fchrer mehrere Stunden lang hindurchklettern kann. Innerhalb der Formationen findet eine Vielzahl an Tieren Zuflucht (verschiedene Lemuren, Schlangen, Cham\u00e4leons, V\u00f6gel, und sonst noch jede Menge Kreuch-und-Fleuch) und die spezielle Topologie hat eine einzigartige Pflanzenwelt hervorgebracht. Kurz: Es handelt sich bei den Tsingi um ein geologisches Weltwunder, das sich nur hier beobachten l\u00e4sst (und in etwas kleinerer und weniger imposanter Form noch an zwei anderen Orten in Madagaskar).<\/p>\n<p><em>Tsingi<\/em> bedeutet so viel wie &#8222;Wo man nicht Barfuss laufen kann&#8220;, weil die Felsen und alle Kanten so spitzig und scharf sind. F\u00fcr die \u00a0Malagasy, die in dieser Gegend wohnen, sind die Tsingi heilig. Sie bestatten ihre Verstorbenen in den zahlreichen H\u00f6hlen (es gibt aber keine <em>Famadihanas<\/em> wie im Hochland, siehe <a title=\"Part 1\" href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/archives\/388\">letzter Bericht<\/a>), f\u00fchren an Ort verschiedene Zeremonien durch und sammeln z.B. Medizinalpflanzen. W\u00e4hrend sich jeder normale Mensch innerhalb von Minuten komplett im Wirrwarr der Spalten, Kerben und Schluchten verirren w\u00fcrde, kennen die ans\u00e4ssigen Medizinm\u00e4nner und Schamanen die Wege in und auswendig. F\u00fcr die Touristen gibt es einige gut unterhaltene Pfade, auf denen man hin und wieder eine Leiter hochklettert oder auf einer kleinen H\u00e4ngebr\u00fccke eine gr\u00f6ssere Kluft \u00fcberquert. Wer allerdings zuviel Speck auf den Rippen hat, geht das Risiko ein, irgendwo stecken zu bleiben (zum Gl\u00fcck habe ich schon einige Kilo abgenommen).<\/p>\n<div id=\"attachment_491\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3056.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-491\" class=\"size-medium wp-image-491  \" title=\"Baobab\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3056-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3056-225x300.jpg 225w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3056.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-491\" class=\"wp-caption-text\">Zum gr\u00f6ssenvergleich beachte man den brusthohen Zaun im Hintergrund<\/p><\/div>\n<p>Am letzten Tag unserer 5-t\u00e4gigen Reise geht es noch 250km nach S\u00fcden. Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, ausser dass der elende rote Staub nach 6 Stunden Autofahrt wirklich <em>\u00fcberall<\/em> ist, auch wenn die Autot\u00fcren und -fenster geschlossen bleiben. Auf dem Weg von Belo-sur-Tsiribihina nach <em>Morondava<\/em>\u00a0kommen wir bei der <em><a title=\"Hier gibt's die gleichen Bilder wie bei mir\" href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Avenue_of_the_Baobabs\">Avenue des Baobabs<\/a><\/em> vorbei. Das ist ein St\u00fcck Strasse, das beiderseitig von vielen Baobabs ges\u00e4umt ist und vor allem bei Sonnenuntergang sehr sch\u00f6n anzusehen ist. Nat\u00fcrlich ist es deshalb kein Zufall, dass wir am sp\u00e4ten Nachmittag dort vorbei kommen, und nat\u00fcrlich sind wir auch nicht die einzigen. Aber die majest\u00e4tischen B\u00e4ume sind so riesig und eindr\u00fccklich, dass es der Stimmung keinen Abbruch tut, wenn noch 200 andere Leute da sind. Ich mache so viele Fotos, dass wohl alle, die sich die <a title=\"Baobab, noch ein Baobab, Gruppe von Baobabs, selbe Gruppe mit anderem Licht, andere Gruppe von Baobabs, noch ein Baobab, usw. usf.\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/49084372@N00\/6085889542\/in\/set-72157627559972098\">Galerie auf Flickr<\/a> anschauen, darob einschlafen werden (wenn&#8217;s nicht schon bei den Tsingi-Bildern passiert ist). Sorry.<\/p>\n<div id=\"attachment_492\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3088.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-492\" class=\"size-medium wp-image-492 \" title=\"Baobabfrucht\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3088-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3088-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3088.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-492\" class=\"wp-caption-text\">So ein kuscheliges Fr\u00fcchtchen<\/p><\/div>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens weltweit nur 8 Spezies von <em>Baobab<\/em>, davon kommen 6 ausschliesslich in Madagaskar vor (und je 1 in Afrika und Australien). Die B\u00e4ume k\u00f6nnen \u00fcber 800 Jahre alt werden und tragen Fr\u00fcchte, die man essen kann. Doch der Geschmack ist eher langweilig und alles andere als umwerfend. Daf\u00fcr sind die apfelgrossen Kugeln wegen des feinen Pelzes, der sie \u00fcberzieht, sehr angenehm anzufassen. \u00c4hnlich wie eine reife Pfirsich, nur kuscheliger!<\/p>\n<p>In <em>Morondava<\/em> verabschiede ich mich nach dem kollektiven Verzehr einer riesigen Meeresfr\u00fcchte-Platte (im Restaurant\u00a0<a title=\"Und das sagt der P\u00f6tit F\u00fctee dazu\" href=\"http:\/\/www.petitfute.com\/adresse\/etablissement\/id\/635565\/chez-alain-restaurants-restaurant-divers-morondava\">Chez Alain<\/a>) von Claudia und meinen Mitreisenden. Daf\u00fcr tue ich mich gleich wieder mit einem franz\u00f6sischen P\u00e4rchen und einer Schweizerin zusammen, um einen 4&#215;4 bis nach <em>Belo-sur-Mer<\/em> zu mieten. Zu viert l\u00e4sst sich der Preis gerade noch verkraften&#8230;<\/p>\n<p><strong>Von Morondava nach Tul\u00e9ar<\/strong><\/p>\n<p>Ich plane allerdings nicht \u00a0mit den anderen drei nach Morondava zur\u00fcckzukehren, sondern von Belo aus mit einem Segelboot weiter Richtung S\u00fcden zu reisen. Ich habe keine Ahnung, ob das klappt und fahre mal so auf&#8217;s Geratewohl dorthin, im Wissen, dass ich noch 2 Wochen Zeit habe, um wieder nach Antanarivo zu kommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_499\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3169.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-499\" class=\"size-medium wp-image-499\" title=\"Tote Baobabs\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3169-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3169-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3169.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-499\" class=\"wp-caption-text\">Ein ungl\u00fccklicher Baobab<\/p><\/div>\n<p>Auf dem Weg nach Belo zeigt uns der Fahrer einen Baobab-Wald, der von einem k\u00fcrzlich vorbei ziehenden Zyklon stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es treibt einem die Tr\u00e4nen in die Augen, alle diese wundersch\u00f6nen B\u00e4ume wie riesige ausgerissene Pilzst\u00e4ngel am Boden liegen zu sehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_500\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3184.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-500\" class=\"size-medium wp-image-500   \" title=\"Versenkter 4x4\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3184-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3184-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3184.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-500\" class=\"wp-caption-text\">Dieser Fahrer arbeitet hart f\u00fcr sein Geld<\/p><\/div>\n<p>Ebenfalls die Tr\u00e4nen in die Augen treibt uns dann noch ein weiteres Abenteuer: Weil es in letzter Zeit relativ viel geregnet hat, ist die Strasse in noch miserablerem Zustand als bei trockenen Verh\u00e4ltnissen und selbst mit einem 4&#215;4 nicht einfach zu befahren. Als Folge davon schlittern wir des \u00f6ftern seitw\u00e4rts \u00fcber die Piste oder machen hin und wieder mal eine Achteldrehung (zum Gl\u00fcck nur um die Z-Achse). Weil uns der Fahrer unbedingt auch noch die \u00f6rtlichen Salzgewinnungsfelder zeigen will, m\u00fcssen wir \u00fcber eine sehr lehmige Ebene fahren und versenken dort prompt den Vierlivier.<\/p>\n<p>Um den Wagen wieder flott zu machen brauchen wir ungef\u00e4hr 3 Stunden sowie unz\u00e4hlige von weit weg hergeholte Steine, \u00c4ste und Holzbretter; zwei Wagenheber; eine Menge Diesel; viel Geduld und schliesslich noch etwa 20 \u00e4usserst hilfsbereite Bewohner eines nahegelegenen Dorfes. Weil aber nach der Rettungsaktion das Getriebe des Gel\u00e4ndeganges nicht mehr fit ist, werden wir auch noch Zeugen davon, wie in einer Behelfsgarage mitten im Busch innert Stundenfrist mit Hilfe eines Schweissger\u00e4ts, einem Seitenschneider, einem Dieselgenerator (f\u00fcr den Strom) und einem grossen Hammer aus einem St\u00fcck Metall eine neue Getriebestange hergestellt wird. Emil Frey&#8217;s Garagen sind f\u00fcr Anf\u00e4nger, m\u00f6chte man da sagen. Und tats\u00e4chlich h\u00e4lt das Teil, so dass wir kurz darauf ohne weitere Zwischenf\u00e4lle Belo erreichen. Chapeau!<\/p>\n<div id=\"attachment_505\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3194.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-505\" class=\"size-medium wp-image-505 \" title=\"Boutre\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3194-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3194-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3194.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-505\" class=\"wp-caption-text\">Frohes Schifflebauen am Strand von Belo<\/p><\/div>\n<p>Belo-sur-Mer ist ein gr\u00f6sseres Dorf an der Westk\u00fcste Madagaskars und bekannt f\u00fcr seine <a title=\"Schaffe, schaffe, Schiffle baue\" href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GcYDx52lSYo\">Schiffswerkst\u00e4tten<\/a>. Hier werden direkt am Strand jedes Jahr Dutzende von neuen Holzschiffen, sogenannte <em><a title=\"Qu'est-ce que c'est un Boutre?\" href=\"http:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Boutre\">Boutres<\/a><\/em>, zusammengebaut. Am Rande des Dorfes stehen Schiffe in allen m\u00f6glichen Stadien der Konstruktion und man kann den Zimmerm\u00e4nnern bei der Herstellung \u00fcber die Schulter schauen. Neben der permanenten Dorfbev\u00f6lkerung leben auf einer vorgelagerten Sandbank in einfachen Zelten noch Hunderte von <em>Vezo<\/em> &#8211; das sind <a title=\"PDF, lies mich!\" href=\"http:\/\/blueventures.org\/images\/All_at_Sea_-_Africa_Geographic.pdf\">Wanderfischer<\/a>, die auf der Suche nach ergiebigen Fischgr\u00fcnden von S\u00fcd- nach Nordmadagaskar ziehen (und danach wieder zur\u00fcck).<\/p>\n<p>In Belo angekommen erkundige ich mich gleich nach einer Mitfahrgelegenheit nach Morombe oder Tulear. Es gibt daf\u00fcr grunds\u00e4tzlich 2 M\u00f6glichkeiten: Entweder mit einem Boutre-Transportschiff oder mit einer Fischerpiroge. Die letztere ist ein f\u00fcrs Meer fitgemachter Einbaum mit Segel und einem Ausleger. W\u00e4hrend ein Boutre sicher bequemer und vor allem g\u00fcnstiger w\u00e4re, spricht f\u00fcr die Piroge die sofortige Verf\u00fcgbarkeit. Dazu muss ich nur ein paar Fischer mit Boot anheuern, ihnen einen dicken Batzen Geld in die Hand dr\u00fccken und schon bin ich unterwegs. Eine Mitfahrgelegenheit auf einem Boutre zu finden ist hingegen schwieriger, weil diese meistens Salz im Norden von Belo abholen und dann von den Salinen direkt nach S\u00fcden fahren, ohne noch einmal in Belo anzulanden. Nachdem ich mehrere Angebote eingeholt habe, finde ich zwei Fischer mit einer eigenen Piroge, die bereit sind, mich f\u00fcr 150&#8217;000 Ariary\u00a0 nach Morombe zu fahren. Der eine spricht sogar ca. 10 W\u00f6rter Franz\u00f6sisch, was mich schon fast Luxus d\u00fcnkt.<\/p>\n<div id=\"attachment_506\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3226.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-506\" class=\"size-medium wp-image-506 \" title=\"Steuermann\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3226-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3226-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3226.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-506\" class=\"wp-caption-text\">Achtern sitzt der Steuermann...<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_508\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3241.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-508\" class=\"size-medium wp-image-508 \" title=\"Ausleger\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3241-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3241-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3241.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-508\" class=\"wp-caption-text\">...w\u00e4hrend es sich der Matrose auf dem Ausleger bequem macht<\/p><\/div>\n<p>Morombe ist nur etwa\u00a0<a title=\"Von B nach A\" href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps?saddr=morombe&amp;daddr=madagascar,+belo+sur+mer&amp;hl=en&amp;ll=-21.250982,43.857422&amp;spn=1.735501,2.329102&amp;sll=-21.320081,44.093628&amp;sspn=1.734686,2.329102&amp;vpsrc=6&amp;mra=ls&amp;t=m&amp;z=9\">100 km Luftlinie<\/a> entfernt und es herrscht gerade Ostwind &#8211; perfekte Konditionen also (mit der <a title=\"Wer kennt sie noch?\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/49084372@N00\/5857220300\/in\/set-72157626889906393\">Baligand<\/a> w\u00e4re das in 8-10 Stunden zu schaffen). Wir setzen den Abfahrtstermin auf den \u00fcbern\u00e4chsten Tag fest und bis dahin geniesse ich noch ein wenig das Strandleben und den frischen Fisch, den es hier zu essen gibt.<\/p>\n<p>Als es so weit ist, legen wir um 6 Uhr morgens ab und fahren z\u00fcgig Richtung S\u00fcden. Dabei sitzt der Steuermann ganz am Ende der Piroge und benutzt sein nicht fixiertes Paddel als Ruder. Der andere Mann steht oder liegt eigentlich st\u00e4ndig auf dem Ausleger, einerseits als Gewichtstrimm aber andererseits auch, weil es im Boot kaum Platz f\u00fcr drei Personen hat. Ich (= die Ladung) darf es mir in der Mitte \u00a0bequem machen &#8211; soweit das bei einem ca. 50cm breiten Schiff m\u00f6glich ist&#8230;\u00a0Schon nach kurzem sehen wir einen ersten Wal, wenn auch weit weit weg. Das f\u00e4ngt ja echt gut an! Am Mittag schl\u00e4ft dann der Ostwind ein und kommt kurz darauf um um 180\u00b0 gedreht zur\u00fcck. Kein Problem, damit kann man genau so gut nach S\u00fcden fahren!\u00a0Am sp\u00e4ten Nachmittag landen wir schliesslich am Strand und bereiten die \u00dcbernachtung vor. Das geht ratz-fatz: 1. Segel herunternehmen und am Strand ausbreiten, 2. sich darin einwickeln und 3. schlafen. Vorher gibt&#8217;s noch gekochte S\u00fcsskartoffeln (malagassische Gschwellti). Jepp, es ist ein einfaches, aber ein gutes Leben. Der Sternenhimmel ist superklar und ich habe schon lange nicht mehr so viele Sternschnuppen gesehen.<\/p>\n<div id=\"attachment_509\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3244.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-509\" class=\"size-medium wp-image-509   \" title=\"Schlafplatz\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3244-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3244-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3244.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-509\" class=\"wp-caption-text\">Wo immer am Strand ein Segel liegt, da bette dich ruhig hin<\/p><\/div>\n<p>Tagsdrauf weht der Wind erneut zuerst von Osten und dreht dann auf West. Um nach Morombe zu kommen \u00a0m\u00fcssen wir <a title=\"Noch einmal dasselbe wie oben\" href=\"http:\/\/maps.google.com\/maps?saddr=morombe&amp;daddr=madagascar,+belo+sur+mer&amp;hl=en&amp;ll=-21.250982,43.857422&amp;spn=1.735501,2.329102&amp;sll=-21.320081,44.093628&amp;sspn=1.734686,2.329102&amp;vpsrc=6&amp;mra=ls&amp;t=m&amp;z=9\">um ein Kap<\/a> herumsegeln, doch leider kommt der Windwechsel daf\u00fcr zu fr\u00fch, und wir schaffen es nicht, gegen den Wind gen\u00fcgend H\u00f6he f\u00fcr eine Umrundung zu gewinnen. Kurz nach Mittag m\u00fcssen wir aufgeben und legen nach nur etwa 20 km zur\u00fcckgelegter Strecke in der N\u00e4he von Ankoba wieder an. Upps &#8211; schon 2 Tage vorbei und erst knapp die H\u00e4lfte der Distanz hinter uns gebracht! Das Segelreisli k\u00f6nnte wohl etwas l\u00e4nger dauern, als gedacht&#8230;<\/p>\n<p>Doch ich habe die Rechnung ohne meine wackeren Fischer gemacht. Morgens um 2 Uhr ist Tagwache, der Wind bl\u00e4st munter und kr\u00e4ftig vom Land weg und wir machen uns im Mondschein auf den Weg. Nur eine halbe Stunde sp\u00e4ter laufen wir wohl wegen Ebbe auf einer Sandbank auf. Danach geht der Steuermann auf Nummer sicher und bringt erst mal gen\u00fcgend Distanz zwischen Boot und K\u00fcste, bevor wir nach S\u00fcden abdrehen. Wir segeln so weit weg vom Land, dass es ausser Sichtweite ger\u00e4t. Ich will ja nicht sagen, dass das grunds\u00e4tzlich eine neue Erfahrung ist f\u00fcr mich, aber es ist doch ein Unterschied, ob man sowas mit einer voll ausgestatteten modernen Yacht tut oder mit einem klapprigen Einbaum-Fischerb\u00f6\u00f6tli in stockdunkler Nacht. Zumindest kann ich jetzt halbwegs nachvollziehen, wie sich die Indonesier gef\u00fchlt haben, als sie vor ca. 2500 Jahren\u00a0auf diese Art und Weise den Indischen Ozean <a title=\"Lieber sp\u00e4t als nie\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Madagaskar#Pr.C3.A4historie\">\u00fcberquerten<\/a> und \u00a0in Madagaskar gelandet sind!<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir so \u00fcber die im Mondschein matt schimmernde Wellen dahingleiten, h\u00f6rt man ab und zu ein starkes Schnaufen und Prusten in unmittelbarer N\u00e4he. Mir wird klar, dass es sich dabei um einen oder mehrere Wale handeln muss. Dass man das riesige Tier, welches sicher um einiges gr\u00f6sser ist als unsere Nussschale, im Wasser unter oder neben uns\u00a0nur h\u00f6rt und nicht sieht, finde ich ziemlich unheimlich&#8230;<\/p>\n<div id=\"attachment_513\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3250.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-513\" class=\"size-medium wp-image-513\" title=\"Le crabe\" src=\"http:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3250-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3250-300x225.jpg 300w, https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/IMG_3250.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-513\" class=\"wp-caption-text\">Wieder an Land - Bienvenue chez &quot;Le Crabe&quot;<\/p><\/div>\n<p>Es wird ein langer und anstrengender Segeltag. Doch meine Begleiter wissen genau, was sie tun. Ein paar Stunden nach Tagesanbruch kommt wieder Land in Sicht und am sp\u00e4ten Nachmittag sind wir in Morombe. Dort quartieren wir uns in den Bungalows &#8222;Le Crabe&#8220; ein, wo es eine \u00e4usserst erfreuliche \u00dcberraschung gibt: H\u00e4ngematten! Wie im guten, alten Mittelamerika! Es gibt nichts besseres, um sich nach einer langen anstrengenden Reise zu entspannen und zu erholen &#8211; die Patrons von &#8222;Le Crabe&#8220; scheinen die einzigen in ganz Madagaskar zu sein, die das begriffen haben. Bravo!<\/p>\n<p>Doch viel Zeit zum Chillen bleibt mir nicht. Der Bus-Brousse nach Toliara f\u00e4hrt n\u00e4mlich schon um Mitternacht ab, und ich kann mich gem\u00e4ss den eingezogenen Ausk\u00fcnften schon mal auf eine Reisedauer &#8222;zwischen 12 und 24 Stunden&#8220; einstellen. F\u00fcr 250km! Na ja, es ist ja trocken, denke ich, und hoffe deshalb auf eine Fahrtzeit die n\u00e4her bei 12 als 24 Stunden liegt. Doch leider falsch gedacht &#8211; wie es sich herausstellt, dauert die Fahrt weder 12 noch 24 Stunden. Nein, geschlagene 25 Stunden lang holpert und \u00e4chzt der vollgestopfte Bus \u00fcber hundsmiserable Staub- und Dreckpisten! <em>25 Stunden!<\/em> Und der Fahrer hat <em>nie<\/em> gewechselt! Ist das krass oder was?<\/p>\n<p>Doch letzteres klingt gef\u00e4hrlicher als es wirklich war: 25 Stunden f\u00fcr 250 km ergibt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von bloss 10km\/h und da kann der Fahrer auch mal am Steuer einschlafen, ohne dass etwas wirklich schlimmes passieren kann. Aber unser Chauffeur ist z\u00e4h &#8211; er h\u00e4lt\u00a0bis zum Ende\u00a0durch und f\u00e4hrt und f\u00e4hrt und f\u00e4hrt und f\u00e4hrt und f\u00e4hrt und f\u00e4hrt bis wir endlich, schliesslich, finalemente am darauffolgenden Tag morgens um 1 Uhr in Toliara ankommen. Noch nie habe ich so breitwillig ein Taxi ins n\u00e4chstbeste Hotel genommen!<\/p>\n<p>&#8211; THE END &#8211;<\/p>\n<p>Mit diesem Beitrag, liebe Leser und Leserinnen, beenden wir unsere Berichterstattung aus dem fernen Madagaskar. Es gab zwar noch 2 weitere Wochen voller berichtenswerter Geschehnisse, doch m\u00fcssen wir uns aus zeitlichen Gr\u00fcnden in weiteren Artikeln auf \u00a0sp\u00e4ter erfolgte Begebenheiten konzentrieren. Wir hoffen auf Ihr Verst\u00e4ndnis und bitten vielmals um Entschuldigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier kommt endlich das Sequel zum ersten Madagaskareintrag! Die Story ist so gut angekommen, dass die Redaktion dieses Reisemagazins beschlossen hat, den gleichen Wein in anderen Schl\u00e4uchen noch einmal aufzutischen, in der Hoffnung auf doppelten Ertrag mit halbem Aufwand. Es &hellip; <a href=\"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/archive\/472\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":476,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[166,116,12],"tags":[174,167,176,168,171,170,177,86,178,172,173,53,4,57,169,175],"class_list":["post-472","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-indischer-ozean","category-madagaskar","category-zu-land","tag-4x4","tag-baobab","tag-campen","tag-chamaleon","tag-einbaum","tag-flussfahrt","tag-franzosen","tag-meer","tag-nationalpark","tag-pirogue","tag-reis","tag-schiff","tag-segeln","tag-strand","tag-tsingi","tag-zebu"],"geo":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=472"}],"version-history":[{"count":33,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":521,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/472\/revisions\/521"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/476"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/goodbye.zaploink.org\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}<!-- WP Super Cache is installed but broken. The constant WPCACHEHOME must be set in the file wp-config.php and point at the WP Super Cache plugin directory. -->